Friedhof der Kuscheltiere Reloaded

Ein junger Hund ist was Tolles; meistens jedenfalls. Manchmal aber könnte ich Merle zurzeit an die Wand nageln.

Wie wir alle wissen ist das Alleine bleiben unseren Hunden nicht in die Wiege gelegt und sie müssen lernen, auch mal eine gewisse Zeit nicht belustigt zu werden. Im Idealfall nutzen Hunde diese Zeit um zu tun was Hunde so tun. Dösen, nach nachlässig liegen gelassenem Essbaren suchen, dösen, aus dem Fenster gucken, wieder dösen, aus dem Fenster Nachbarn anblaffen, dösen usw.

 

Am Anfang schien das bei Merle auch ziemlich unproblematisch zu laufen, zumal sie ja nie wirklich alleine ist, da der alte Mann namens Asgard ja auch immer zugegen ist. Wie es sich für einen Hundetrainerhund gehört wurde Merle langsam an das Alleine bleiben gewöhnt. In den ersten Wochen noch in ihrer Box und nach und nach frei mit Asgard zusammen in der Wohnung.

 

Doch irgendwann wurde es ihr wohl zu blöd und sie begann den üblichen kynologischen Terror. Jammern, bellen, winseln, motzen usw. usw. Das ist eine Phase, prognostizierte ich frohen Mutes und tatsächlich…..nach kurzer Zeit wurde das Rumgemotze wieder eingestellt.

 

Jetzt hat Madame aber einen neuen Zeitvertreib gefunden. Kuscheltiere zerlegen.

In Anbetracht der Tatsache, dass andere Hunde komplette Möbelstücke oder fest verbaute Teile der Einrichtung zerlegen sind Kuscheltiere natürlich ein recht kleines Übel.

 

Bisher gingen auf ihr Konto:

 

1 Glubschi (Stofftier mit Glubschaugen)

1 Sorgenfresser (Die Sorgenzettel hat sie liegen lassen)

1 Bug (Asgards Lieblingskuscheltier)

2 Sofakissen (Scheinbar optisch Kuscheltiere; oder geschmacklich)

 

Die Einzigen die hiervon profitieren sind unsere zwei Ratten. Die freuen sich jedesmal über neues (Stofftierinnenleben) Material zur Ausstaffierung ihrer Schlafhütten.

 

Einer emotionalen Körperverletzung kam aber ihre letzte Tat gleich. Mein geliebtes Palomino Pferd wurde unlängst ihr jüngstes Opfer. Wohl weißlich und vermeintlich ausser Reichweite platziert, hat sie trotzdem einen Weg gefunden ran zu kommen, die Augen abzumontieren und einen Zugang zum Inneren zu legen. Ca. 30 Jahre hat Palo mich begleitet ohne auch nur ein gekrümmtes Haar betrauern zu müssen…..Und dann kam Merle.

 

Was mir da alles durch den Kopf ging? Hat das nächste Tierheim noch offen, malst du ein Pappschild mit der Aufschrift „Burkina Faso“ und fährst zum nächstgelegenen Rastplatz, rufst bei Sat 1 an und fragst sie was sie von dem Format „Die strengsten Hundehalter der Welt“ halten (vielleicht in Burkina Faso?) oder einfach die Tür aufmachen und ihr ein schönes Restleben wünschen?!

 

Nachdem wir aber ausgiebig drüber gesprochen haben und ich ihr meine Gefühle mitgeteilt hatte, hat sie mir mit angelegten Ohren und einen Blick der einem suggeriert der unverstandenste Hund auf der ganzen Welt zu sein, versichert sowas nie wieder zu tun.

 

Hat sie bislang auch nicht. Ok, sie hat ein Kuscheltier was sie zuvor bereits in Arbeit hatte weiter bearbeitet aber das ist wahrscheinlich in dem Gespräch nicht ganz deutlich rübergekommen, dass auch das ebenfalls nicht erwünscht ist. Mein Fehler….

 

Wie auch immer. Der große Stofflöwe, welchen sie als Welpe von meinen Eltern bekommen hat, liegt stets neben ihren Opfern wenn wir nach Hause kommen. Unversehrt!

Vermutlich will sie ihm damit nur verdeutlichen was passiert, wenn sie ihn beim fremdkuscheln erwischt.

 

Ich werde das weiter beobachten… Das Pappschild ist aber schon beschriftet.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bea (Mittwoch, 08 Januar 2014 11:02)

    sehr schön geschrieben :D